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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

nachts am zaun

just another Stuttgart 21-post

Genauer gesagt verbringe ich viel Zeit an einem Bauzaun an einem Bahnhof.
In Stuttgart spielen sich ja nunmehr seit Wochen unglaubliche Szenen ab, die mittlerweile neben der regionalen Presse auch sämtliche überregionalen Medien beschäftigen. FAZ, Zeit, tagesschau und Spiegel werden nicht müde, über den “Schwabenaufstand”, Montagsdemos und Kopfbahnhöfe zu berichten.
Der Bauzaun, der seit einigen Wochen am Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofes errichtet wurde, ist zum beliebten Touristenziel geworden. Ebenso lässt sich hier vorzüglich abends Bier trinken und dem Treiben zusehen. Der Zaun ist in den letzten Wochen quasi zum Kunstwerk geworden und eine Kollegin, mit der ich heute die Mittagspause dort verbracht habe, meinte “der steht dann irgendwann mal in einem Demokratie-Museum oder so.” Hoffentlich als Beispiel dafür, dass protestieren und “dagegen sein” tatsächlich ab und an auch mal etwas bringt. Ein paar Fotos aus den letzten Tagen am Zaun gibt es hier zu sehen:

bauzaun_eins

Bürger_innentelefon

adbusting

s_21 005

gruppenbild  mit bagger

August 012

Professionellere Videos und Bilder findet ihr hier:

http://www.youtube.com/jvstaudach
http://www.youtube.com/user/AlvarFreude
Schweigemarsch

BTW: ich twittere unter www.twitter.com/habichthorn auch gerne mal von den Demos, so ich denn selbst dabei bin. Unter dem hashtag #S21 gibts eigentlich auch immer was dazu zu lesen.

Ansonsten schlagen Sie einfach eine X-Beliebige Tageszeitung auf. Aber vielleicht nicht gerade die Stuttgarter Zeitung, die glänzt nicht gerade mit objektiver Berichterstattung…

Das Web 2.0 und ich

Politcamp, Tag eins

Wie einige Menschen vielleicht mitbekommen haben, findet dieses Wochenende in Berlin das zehnte zweite Politcamp statt. Laut Homepage soll hier ein Rahmen geschaffen werden, in dem “überparteilich und konstruktiv über netzpolitische Themen” diskutiert werden kann. Auf der Tagesordnung stehen also “Sessions” beispielsweise zu den Themen Onlinepartizipation, Netzsperren oder Onlinewahlkampf.

Interessant ist auch, dass die Veranstaltung den Charakter eines “BarCamps” haben soll, was meiner Meinung nach bestenfalls teilweise zutrifft.
Das spannende am Konzept “BarCamp” ist eigentlich, dass Form und Inhalt der Veranstaltungen von den Teilnehmenden bestimmt und geleitet wird. Die einzelnen “Sessions” werden am Tag des Barcamps von den Anbietern vorgestellt und das Plenum entscheidet dann, welche Sessions stattfinden können. Beim PolitCamp ist dies nur eingeschränkt gegeben. So werden zwar eine Reihe von Sessions tatsächlich am morgen vom Plenum bestimmt, bestimmte Veranstaltungen sind aber von vorherein gesetzt. Dies mag aus Sicht der Veranstalter Sinn machen, da man so auch prominentere Politiker, wie zum Beispiel Familienminsterin Schröder, einladen kann und den Ablauf planbarer macht. Auf der anderen Seite widerspricht so ein Ansatz dem Konzept des BarCamps völlig.

Mein Fazit nach dem ersten Tag:

Die Qualität der angebotenen Sessions variiert sehr stark und steht und fällt mit den ReferentInnen, aber auch mit den Gästen, die auf dem Podium sitzen. Ich finde es schade, dass man von den VertreterInnen der politischen Parteien nicht viel mehr hört als die übliche Wahlkampfrethorik.
Es war schon fast witzig anzusehen, wie Frau Köhler Schröder oder Burkhard Müller-Sönksen von der FDP versuchten, sich bei der Netzgemeinde einzuschleimen und dabei gerne haarscharf an den richtigen Formulierungen vorbeischlidderten.

Sehr amüsant war in diesem Zusammenhang die Twitterwall, welche leicht zeitversetzt an eine Leinwand hinter dem Podium gebeamt wurde und auf der das Gesprochene sofort kommentiert wurde. So konnte ich also meine eigenen Tweets bzw Kommentare auf der großen Leinwand lesen.

Fazit Tag 1: Inhaltlich eher mau, aber das “Drumherum” macht vieles wett. Es ist fasznierend, den Menschen, die man sonst nur von twitter oder facebook kennt, nun auch “im reallife” gegenüber zu stehen und normal mit ihnen zu reden. Da können Sätze wie “Wir folgen uns” eine ganz neue Bedeutung bekommen…Zum Kontakte knüpfen bzw zum Auffrischen eben dieser ist das PolitCamp super und die Redebeiträge mancher Politiker bieten genug Möglichkeiten zu Hohn und Spott in der geselligen Runde.

Außerdem finde ich es spannend zu sehen, welche Bedeutung ein Smartphone und das Nutzen verschiedener Kommunikationsformen in der Netzwelt haben. Fast jeder hat hier einen Mac, ein schickes Internethandy und benutzt twitter und diverese andere Kommunikationsmedien mit großer Selbstverständlichkeit.

Was allerdings noch stark verbesserungswürdig ist: Die Verpflegung im Radialsystem, welches als Veranstaltungsort sonst super ist. Aber so schlechte Brezeln für 1,50 Euro habe ich zuletzt in den Zügen der DB AG gegessen -und das will echt was heißen.

Get Well Soon.

Hachja.
Seit gefühlten Ewigkeiten mal wieder CDs erstanden und mal wieder festgestellt, wie schön es ist, tolle Musik auch “in den Händen halten” zu können. Ein Hoch auf Special Editions und Luxusversionen. Man muss ja sagen, die viel beschworene Krise der Plattenindustrie und das Verteufeln von bösen Downloadern hat zumindest dafür gesorgt, dass “die Industrie” sich jetzt in Teilen mal wieder mehr Mühe gibt mit Artwork und Gestaltung von CDs. Ein besonders schönes Beispiel dafür ist die Limited Deluxe Edition des neuen Get Well Soon Albums, welches auf den schönen Namen “vaxiations” hört. Über den Menschen hinter Get Well Soon und seine Musik ist in der Musikpresse schon so viel berichtet worden, dass ich an dieser Stelle nicht auch noch groß beschreiben muss. I like. Very much. So.

Was mir aber neben dem Liedgut besonders gut gefällt, ist die Aufmachung der Limited Special Edition, die ich seit geraumer Zeit mein Eigen nennen darf. Das Booklet ist gestaltet wie ein Buch, die Hülle ist Hardcover.

Das Ganze ist sehr aufwendig gestaltet und gedruckt, soweit ich das beurteilen kann. Auch wenn letztendlich auch “nur” kleine Anekdoten und die Songtexte darin zu finden sind, so macht es wirklich Spaß zu sehen, dass sich da jemand (oder mehrere jemands) Mühe gegeben haben, eine Sache wirklich zu gestalten und nicht nur runterzureißen. Da macht Geld ausgeben doch gleich richtig Spaß.

der Tag, an dem ich die Merkel tanzte…

heute morgen begann mein Tag ungewöhnlich früh (jedenfalls für meine Verhältnisse).

Bereits zur quasi-nachtschlafenden Zeit von 9 Uhr (war geplant, leider traf ich wegen des immer wieder akuten Berliner S-Bahn-fails erst um 9.30Uhr ein) traf man sich vor dem offiziellen Sitz der Kanzlerin, auch unter dem Namen Kanzleramt bekannt. “Man” waren in diesem Fall einige AktivistInnen, die unter dem Deckmantel von campact und ausgestrahlt gegen die am heutigen 21.01. beginnenden Sondierungsgespräche zwischen Atomlobby und Bundesregierung demonstrierten.
Geplant war von campacts Seite ein Tanz der 4 Kernenergieriesen e.on, vattenfall, rwe und EnBW mit der selbst ernannten “Klimakanzlerin” Angela Merkel. Mir viel in diesem reizenden Ballet eine ganz besondere Rolle zu: Bekleidet mit einer ungefähr paukengroßen Maske hatte ich die Ehre, die Merkel zu tanzen. Bei gefühlten minus 20 und realen minus 10 Grad keine leichte Aufgabe…
Sowohl die Presseresonanz als auch die Zahl der AktivistInnen, die es trotz der schon mehrmals erwähnten unfassbar kalten minus 10 Grad zum zugigen Platz vor dem Kanzlerinnenamt schafften, geben campact und der Aktion allerdings recht.
Und so komme ich heute zur zweifelhaften Ehre, sowohl in der 20 Uhr tagesschau als auch in der 19 Uhr Sendung von heute zu sehen zu sein.
Mal sehen, in welchen Printmedien ich mich morgen dann wiederfinden werde. Man darf gespannt sein.

Hier der link zur Tagesschau: http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts17186.html

Hier der link zu heute: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/951398/ZDF-heute-Sendung-vom-21-Januar-2010/

Fotos gibt es zum Beispiel hier.

Ich muss allerdings sagen, dass die Merkelmaske, so gut sie auf den Bildern auch wirkt, extrem unbequem zu tragen war. Man sieht nahezu nichts und kann sich kaum bewegen, da die Konstruktion äußerst wackelig ist, um es mal vorsichtig auszudrücken. Zudem dann die recht kleine Bühne. Ich hatte ständig die recht irrationale Angst, vom Podest zu fallen, da ich meine eigenen Füsse nicht sah. Zudem konnte ich ohne helfende Hände nahezu keinen Schritt tun. Nach über einer halben Stunde war ich nervlich ziemlich durch und sehr froh, dass ich die Maske absetzen konnte und zuhause sowohl eine heiße Dusche als auch eine große Portion warmer Griesbrei auf mich warteten.

Weihnachten.

So. Weihnachten ist vorbei. Ab heute kann der geneigte Mensch Feuerwerkskörper käuflich erwerben. Hier noch ein paar Impressionen live aus dem elterlichen Wohnzimmer:

der Baum im elterlichen Wohnzimmer

der Baum im elterlichen Wohnzimmer

“Schöner” Weihnachtsmoment: Bruder, Mutter und Vater irren im den Baum herum, versuchen ihn aufzustellen, Baum fällt um und begräbt Vater halb unter sich.

nur ein ganz kleines bißchen opulent

nur ein ganz kleines bißchen opulent

seitdem die Familie am Heiligen Abend immer Fondue zu sich nimmt, gibt es kaum noch Streit…

Baum mit Kerzen

Baum mit Kerzen

Ja. Das sind echte Kerzen.

Vor ca. 20 Jahren selbstgemacht

Vor ca. 20 Jahren selbstgemacht

Diese Krippe bastelten der Bruder und ich unter Aufsicht der Mutter vor ca. 20 Jahren. Ich fürchte, meine Fähigkeiten haben seitdem eher noch abgenommen. Jedenfalls gehört die selbstgemachte Krippe zu Weihnachten, genauso wie die kleine gelbe Ente an den Baum.

Und sonst so?
Der Weihnachtsmann war sehr spendabel und hat mir unter anderem ein neues Proll-Handy unterm Baum gelassen. Jetzt kann ich noch mehr online sein als vorher…

Listen, Listen, Listen

Es ist Jahresende und man liest wieder so viele best-of-Listen, top-tens und Jahresrückblicke. Da kann meine eigene Liste natürlich nicht fehlen.

Songs des Jahres:

Wie jedes Jahr fällt die Auswahl schwer. Allein schon die Frage, obs nun ein Liedchen aus diesem Jahr sein soll oder einfach das Lied, was mich dieses Jahr am penetrantesten begleitet hat. hm.

tja. ich kann mich nachhaltig nicht entscheiden, hier also eine subjektive Auswahl.

große liebe

große liebe, nummer 2

nochmal große liebe

Album des Jahres:

auch hier kein aktuelles. sondern still.no1 von slut

Konzert des Jahres:

editors im lka longhorn. ganz klar. editors.

hier ein Mitschnitt vom 01.12.2009. Leider vergesse ich immer, dass man die Handyvideos nicht drehen kann, also dreht mal schön eure Köpfe ^^


Konzertmoment des Jahres:

oh. das war sicher der Moment, als Maximo Park auf dem Taubertal-Festival “books from boxes” anstimmten und ich ein bißchen weinen musste. oder auch das laute Mitschreien von “smokers outside the hospital doors” der editors. hm.

bester Tag des Jahres:

oh. das ist leicht. Dieses Jahr zum ersten Mal seit Jahren ganz klar mein Geburtstag. Der war einfach perfekt dieses Jahr. Ich muss immernoch lächeln, wenn ich dran denke.

blödester Tag des Jahres:

ich glaube, der blödeste Tag war der Tag nach meiner Abschiedsparty. als ich total verkatert in die WG-Küche kam, dort alles dreckig war, ich packen musste und mich dann zu allem Überfluss noch mit meiner Mutter streiten musste. großes emo-tennis.

Erkenntnis des Jahres:

so wie jedes Jahr eigentlich: man sollte erst essen, dann trinken.

Und sonst so:

war n spannendes Jahr. Insgesamt 4 Mal umgezogen, einmal Arbeitssuche und zurück, die paar Wahlen, die dazwischen lagen, die Erkenntnis, dass man sich in 8 Monaten schon ziemlich gut in einer neuen Stadt einleben kann, endlich mal eine WG als “Ersatzfamilie” mit Mutti-Essen, wenn man es gerade braucht, sich an einen halbwegs regelmäßigen Tagesrhythmus gewöhnen, immernoch morgens noch schlecht gelaunt und unfähig, das erste Mal im Leben BahnComfort-Status erreicht, schöne Momente, traurige Momente, wie immer viele Tränen meinerseits, Hass auf den Schienenersatzverkehr nach Gmünd, Federball spielen im eigenen Zimmer, der perfekte Ausblick vom Balkon, Moos-Graffiti und Angela-Merkel-Anti-Stressball, abgestellter Strom, White Russian, Kicker spielen, die beste beste Freundin der ganzen Welt, Blonde Haare, Schwarze Haare, Grüne Haare, Schwarze Haare, zuviel Kaffee, Hamburg, Kopenhagen, Biberach, Maultaschen, haufenweise Schokolade, den perfekten Geburtstagkuchen, neue Brille, Ostern in der großen Stadt, immernoch verliebt in Berlin, wohnen im Wohnzimmer, Bewerbungsgespräche, zweieinhalb Stunden als Eisbär auf dem Alexanderplatz, Hunger, nein Appetit. Und das Jahr beginnt und endet irgendwie mit Crepes.

Und nun morgen nach Hause zu Mama und Papa. Ich freu mich.

An den Landungsbrücken raus…

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Hamburger Hafen im Winter.

Es war einmal in Kopenhagen…

Am gestrigen Samstag versammelten sich 50.000 – 100.000 Menschen (die Schätzungen gehen wie immer recht weit auseinander) im sonnigen und winterlich-schönen Kopenhagen, um anlässlich der COP ihren Unmut kundzutun und die Regierungschefs dieser unseren Welt zum Handeln zu bewegen.

Ich war eine von ihnen. Hier also ein vollkommen subjektiver Überblick über mein Demo-Wochenende:

Der Beweis!

Der Beweis!

1. Hinfahrt

Was ich nicht empfehlen kann: Nachts um 4 eine Stunde am Hamburger ZOB stehen. Es war recht kalt und ich wurde von einigen merkwürdigen Gestalten angesprochen. Nach einiger Zeit sprach ich einen “grün aussehenden” Menschen mit großen Kopfhörern an, der sich tatsächlich als wartender Grüner herausstellte – was ein Zufall. Also warteten wir gemeinsam. Nach und nach kamen mehr und mehr Menschlein hinzu und so froren wir zusammen.

Um Viertel nach Fünf, eine Stunde, nachdem ich am ZOB angekommen war, fuhr ein Bus vor und ein fröhlich winkender Jan Philipp Albrecht sprang heraus. Die Reise konnte also losgehen. Bis zur dänischen Grenze schaffte ich es sogar, ein bißchen zu schlafen. Auf der Fähre nach Dänemark gabs dann nen wirklich großen Kaffee und ich war halbwegs wach.

Besonders schön war es, als Jan uns die letzten Stunden nach Kopenhagen mit einer CD voller Klimaschutz-Lieder erfreute, die er geschenkt bekommen hatte. Irgendwie schaffte ich es sogar, währenddessen einzuschlafen, ein Anhaltspunkt dafür, wie unfassbar müde ich gewesen sein muss.

Entgegen unserer Befürchtungen wurden wir übrigens überhaupt nicht kontrolliert – weder an der dänischen Grenze noch während der Einfahrt nach Kopenhagen. Dabei hätte ich nichts dagegen gehabt, wenn jemand Jans CD konfisziert hätte. ^^

2. Kopenhagen

Um halb elf schmiss uns die Busfahrerin direkt am Tivoli aus dem Gefährt. Unsere Gruppe machte sich sogleich auf den Weg in Kopenhagens Innenstadt, wo gerade die “Human Flood“- Aktion von FoE stattfand. Bei herrlichem Sonnenschein konnte man sich über Teilnehmermangel nicht beklagen. Unsere Gruppe teilte sich in Untergruppen auf, meine ging praktischerweise erstmal einen heißen Kakao trinken. Unbedingt nötig bei winterlichen Temperaturen und SEHR lecker. Allerdings auch recht teuer. Dafür mit formidablen Schokokeksen als Beigabe.

wärmt

wärmt

3. Die Demo

Gegen Mittag ging es dann langsam richtig los. Immer mehr Demo-Teilnehmer versammelten auf dem Platz, an dem der Zug starten sollte. Irgendwann verlor ich in der Menge den Überblick, glücklicherweise konnte man sich aber an den zahlreichen Fahnen und Flaggen orientieren. Ich wühlte mich also vor zum “grünen Block”, wo ich dann auch bis zum Ende der Demo blieb.

man sammelt sich

man sammelt sich

Bevor der Protestzug losgehen konnte, mussten erstmal sehr viele Reden gehalten werden. Währenddessen standen wir Demo-Teilnehmer etwas dumm in der Kälte herum und froren durch. Ein oder zwei Ansprachen weniger wären auch voll ok gewesen. Aber nun denn. So hatten Nachzügler halt noch eine Stunde länger Zeit, sich am Startpunkt einzufinden. Nach Ende der Reden wurden nacheinander die teilnehmenden Organisationen dazu aufgefordert, sich in Bewegung zu setzen. So marschierten wir also in “Blöcken” hintereinander weg. Bei strahlendem Sonnenschein ging es an den Sehenswürdigkeiten der dänischen Hauptstadt vorbei insgesamt 6 km hin zum Konferenzcenter. Auch hier hätte es durchaus der ein oder andere Kilometer weniger sein können. Während des ca. 3-stündigen Marsches wurde es dann dunkel und dementsprechend noch kälter.

einmal quer durch Kopenhagen

einmal quer durch Kopenhagen

Die Demo selbst war sehr spaßig. Ich habe weit weniger gefroren, als ich befürchtet hatte. Anscheinend hatte ich die richtige Anzahl von Schichten angezogen. Von den Ausschreitungen und Festnahmen habe ich gar nichts  mitbekommen, erst später beim Abendessen, als in der Pizzeria unserer Wahl ein dänischer Newssender darüber berichtete. “Unser” Block war von all dem anscheinend weit weg, friedlich und guter Stimmung.

Nach dem Ende des Demo-Zuges sollte es eigentlich noch eine Abschlusskundgebung geben, der ich allerdings nicht mehr beiwohnte. Hunger und der Wunsch nach einem Sitzplatz waren einfach stärker. Da wir auf keinen Fall auf die überfüllte Metro am überfüllten Bahnhof warten wollten, beschlossen wir, eine Bushaltestelle zu suchen. Nach einem etwas längeren Fussmarsch fanden wir auch eine, leider fuhr der angekündigte Bus nicht, sodass wir noch einige Zeit durch die eisige Kälte laufen mussten, um zur nächsten Metrostation zu gelangen. Mein Dank gilt an dieser Stelle D., ohne seinen Stadtplan wären wir wirklich verloren gewesen.

4. Die Rückfahrt

Nach der lang ersehnten Essensaufnahme (so viel Spaß hat Junk-Food-Essen auch schon lange nicht mehr gemacht) ging es für meine “Bezugsgruppe” zurück ins Hostel – für mich ging es direkt zum Kopenhagener Hauptbahnhof, da wir um halb neun die Rückfahrt nach Hamburg antreten wollten. Bis wir dann tatsächlich loskamen, dauerte es noch einige Zeit, da wir noch auf Nachzügler warten mussten. Völlig erschöpft und gerädert kam der Bus um 3.20 Uhr in Hamburg an, ich wollte nur noch in mein Bett. Die Fahrt war körperlich wirklich sehr anstrengend, wenig Schlaf macht sich halt doch bemerkbar. Die Demo an sich, die Menschen, die ich kennengelernt und wieder getroffen habe und nicht zuletzt die Schönheit der Stadt Kopenhagen machen aber vieles wieder wett.

Fazit:

Ich würde es jederzeit wieder tun.

Auch wenn ich nicht glaube, dass unser Protest irgendetwas für die Verhandlungen bewirkt hat, so glaube ich doch, dass es wichtig und richtig ist, sich auch mit solchen Aktionen für den Kampf gegen den Klimawandel einzusetzen.

Und ich weiß jetzt auch, dass ich unbedingt noch mal “in Ruhe” nach Kopenhagen muss, die Stadt ist wirklich tarumhaft schön.

Wintersonne

Wintersonne

Kreuzberg liegt in Kopenhagen

Kreuzberg liegt in Kopenhagen

Für alle, die an inhaltlichen Informationen zur COP und an den Hintergründen der Demo interessiert sind: hier und hier gibts mehr zum Thema

Weitere Fotos findet man unter anderem hier .

Sehr gut auch der Demo-Ticker der taz.

Jackson-Pollock-Kekse