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Archive for the ‘Meinung’ Category

Adbusting und Stuttgart 21

Stuttgart 21

Gerade eben am Zigarettenautomaten gefunden.

Auf den ersten Blick kaum von der recht unintelligenten Werbekampagne für Stuttgart 21 zu unterscheiden. Auf den zweiten Blick offenbart sich ein gut gelungenes Beispiel für Adbusting.
Überhaupt ist der Protest gegen Stuttgart 21 ziemlich bunt, kreativ und intelligent – wenn man mal von dem furchtbaren Gelöbnis absieht, bei dessen Text sich mir spontan sämtliche verfügbaren Fussnägel hochrollen. Aber irgendwas ist halt immer…

Tomorrow in a Year

Am vergangenen Samstag war ich mit frl.krautwurst für ca 24 Stunden in Münster um mir die großartige Oper “tomorrow in a year” anzusehen. Die Musik hierzu stammt von einer meiner absoluten Lieblingsbands, the knife. Das Frollein hat einen Erfahrungsbericht dazu verfasst, den ich euch hiermit ans Herz legen möchte.

Für das Frollein war es zudem der erste Besuch in Münster. Perfektes Sommerwetter, die Krautwurst und ich. Soweit so gut. Vor dem Stadttheater Münster eine Ansammlung von Menschen, die einem der zahlreichen Modeblogs dieser Welt hätten entsprungen sein können. Kleine Mädchen, sorgsam aufgebrezelt und schwindsüchtig anmutende Jungs (ich kann sie einfach nicht Männer nennen) in skinny jeans und mit dem obligatorischen DJ-Bag.
Dann die “Oper”. Die Handlung verstand ich auch nach mehrmaligem lesen der “Packungsbeilage” nicht wirklich. Ist aber auch egal. 1,5 Stunden intensives Erlebnis. Danach wieder in die Wirklichkeit zurück. Ein sommerlich erhelltes, schwül-warmes Münster, was nach 1,5 Stunden Dunkelheit unwirklich wirkt. Ein fettiges Abendessen (Döner macht schöner) und stundenlanges Parksitzen. Danach die Feststellung, eigentlich noch gar nicht schlafen gehen zu wollen. Also eine Stadtführung in der münsteraner Dunkelheit von 12 bis 2. Großartig.

Netzwelt trifft Politikwelt und man redet drüber

Politcamp, zweiter Streich

Gerade eben ging es zuende, das (wie ich gestern von @meselfandi lernen durfte) zweite Politcamp in Berlin.

Was bleibt davon – mal abgesehen von den fiesen Kopfschmerzen, die mich dank schummriger Kellerkindbeleuchtung in der großen Halle plagen?

Da muss man wohl zwei Sachen voneinander trennen: Wie war das PolitCamp auf der persönlichen Ebene und was ist auf inhaltlicher Ebene hängen geblieben?

1. Das Politcamp und ich

Spätestens am Nachmittag des heutigen zweiten Tages stellte sich eine Familien- bis Kindergartenatmosphäre ein. Getrieben durch Schlafmangel, schlechte Luft und akuter Überinformation wurden die Gespräche immer alberner und lustiger. Man unterhält sich via Twitter über die schwindenden Bananenvorräte, befreundet sich wie wild auf Facebook und die Witze wurden immer skuriler. Für große Erheitung sorgten die wilden Diskussion bzw Zwischen”rufe” auf der Twitterwall – hier nachzulesen.
Sowas mag ich, sowas tue ich mir auch gerne öfter an.
Ansonsten, Hände schütteln, neue Kontakte knüpfen, die Gesichter hinter dem Twitteraccount kennenlernen.
Fazit zu diesem Teil: Ich würde es sofort wieder tun. Und nächstes Mal bring ich auch mehr von den Bananen mit.

2. Die inhaltliche Diskussion

Inhaltlich hat sich die Befürchtung von gestern heute bewahrheitet. Es wurde zwar viel diskutiert und geredet auf den Veranstaltungen in der Halle, aber die wirklich kniffligen Fragen wurden von den Politikern (argh – wie ich solche Verallgemeinerungen hasse) nur ausweichend beantwortet.

Zudem verfestigt sich nach dem Wochenende mehr und mehr der Eindruck, dass Politik und Netzwelt auf zwei vollkommen verschiedenen Ebenen diskutuieren. Die einen reden über technische Möglichkeiten, Programme und Tools und die anderen versuchen noch immer, ihren Fraktionskollegen zu erklären, was eine email ist – um es mal überspitzt zu formulieren.
Ich kann mich an dieser Stelle nur @franziskaheine anschliessen, die betont hat, dass zwar ein Prozess ins Rollen gekommen sei, – gerade im Bezug auf die Entwicklungen in der Netzsperrendebatte – dieser aber nun am Leben erhalten und tatsächlich mit Taten unterfüttert werden muss. Hier bin ich gespannt, ob es den “Netzspezialisten” innerhalb der Parteien gelingen wird, die entscheidenden Akzente zu setzen.

Zum PolitCamp selbst:

Ich war noch nie auf einem BarCamp – aber von meinem Gefühl her war das PolitCamp ein stinknormaler Kongress, zu dem man sowohl Politiker als auch “Experten” des jeweiligen Themengebietes einlädt. Sicher, es gab zwar die Möglichkeit, spontan eigene Sessions anzubieten, aber die Mischung zwischen dieser Selbstbestimmung und den geplanten Foren hat meiner Meinung nach nicht gut funktioniert. Vielleicht kann man da beim nächsten Mal noch etwas am Konzept feilen?

Die Berichterstattung auf den wichtigsten Nachrichtenhomepages ist diesmal ziemlich prominent ausgefallen – Liegt das am Mangel interessanter Alternativen? Oder an der Anwesenheit der politischen Prominenz? Oder sind Netzthemen mittlerweile im mainstream angekommen?

Berichte finden sich zum Beispiel bei

Spiegel Online oder bei heise online

interessante Blogbeiträge reiche ich gerne im Laufe der nächsten Tage nach.

Das Web 2.0 und ich

Politcamp, Tag eins

Wie einige Menschen vielleicht mitbekommen haben, findet dieses Wochenende in Berlin das zehnte zweite Politcamp statt. Laut Homepage soll hier ein Rahmen geschaffen werden, in dem “überparteilich und konstruktiv über netzpolitische Themen” diskutiert werden kann. Auf der Tagesordnung stehen also “Sessions” beispielsweise zu den Themen Onlinepartizipation, Netzsperren oder Onlinewahlkampf.

Interessant ist auch, dass die Veranstaltung den Charakter eines “BarCamps” haben soll, was meiner Meinung nach bestenfalls teilweise zutrifft.
Das spannende am Konzept “BarCamp” ist eigentlich, dass Form und Inhalt der Veranstaltungen von den Teilnehmenden bestimmt und geleitet wird. Die einzelnen “Sessions” werden am Tag des Barcamps von den Anbietern vorgestellt und das Plenum entscheidet dann, welche Sessions stattfinden können. Beim PolitCamp ist dies nur eingeschränkt gegeben. So werden zwar eine Reihe von Sessions tatsächlich am morgen vom Plenum bestimmt, bestimmte Veranstaltungen sind aber von vorherein gesetzt. Dies mag aus Sicht der Veranstalter Sinn machen, da man so auch prominentere Politiker, wie zum Beispiel Familienminsterin Schröder, einladen kann und den Ablauf planbarer macht. Auf der anderen Seite widerspricht so ein Ansatz dem Konzept des BarCamps völlig.

Mein Fazit nach dem ersten Tag:

Die Qualität der angebotenen Sessions variiert sehr stark und steht und fällt mit den ReferentInnen, aber auch mit den Gästen, die auf dem Podium sitzen. Ich finde es schade, dass man von den VertreterInnen der politischen Parteien nicht viel mehr hört als die übliche Wahlkampfrethorik.
Es war schon fast witzig anzusehen, wie Frau Köhler Schröder oder Burkhard Müller-Sönksen von der FDP versuchten, sich bei der Netzgemeinde einzuschleimen und dabei gerne haarscharf an den richtigen Formulierungen vorbeischlidderten.

Sehr amüsant war in diesem Zusammenhang die Twitterwall, welche leicht zeitversetzt an eine Leinwand hinter dem Podium gebeamt wurde und auf der das Gesprochene sofort kommentiert wurde. So konnte ich also meine eigenen Tweets bzw Kommentare auf der großen Leinwand lesen.

Fazit Tag 1: Inhaltlich eher mau, aber das “Drumherum” macht vieles wett. Es ist fasznierend, den Menschen, die man sonst nur von twitter oder facebook kennt, nun auch “im reallife” gegenüber zu stehen und normal mit ihnen zu reden. Da können Sätze wie “Wir folgen uns” eine ganz neue Bedeutung bekommen…Zum Kontakte knüpfen bzw zum Auffrischen eben dieser ist das PolitCamp super und die Redebeiträge mancher Politiker bieten genug Möglichkeiten zu Hohn und Spott in der geselligen Runde.

Außerdem finde ich es spannend zu sehen, welche Bedeutung ein Smartphone und das Nutzen verschiedener Kommunikationsformen in der Netzwelt haben. Fast jeder hat hier einen Mac, ein schickes Internethandy und benutzt twitter und diverese andere Kommunikationsmedien mit großer Selbstverständlichkeit.

Was allerdings noch stark verbesserungswürdig ist: Die Verpflegung im Radialsystem, welches als Veranstaltungsort sonst super ist. Aber so schlechte Brezeln für 1,50 Euro habe ich zuletzt in den Zügen der DB AG gegessen -und das will echt was heißen.

Das beste Quiche-Rezept der Welt?

Ich suche nicht mehr und nicht weniger als das beste Quiche-Rezept der Welt.
Gestern versuchte ich mich an diesem Rezept, welches ich netterweise von daccle via twitter bekam.

Allerdings musste ich es ein wenig abwandeln, da ich keine Butter im Haus hatte und sich meine Lust, die Welt da draußen zu betreten, ob der Witterungsverhältnisse in argen Grenzen hielt. So nahm ich also Margarine anstelle der Butter. Ging auch. Ich werde das Rezept allerdings nochmal mit Butter ausprobieren. Außerdem nahm ich Rosenrohl anstelle der Zuccini und statt hierbas provencales nahm ich Pizzagewürz.

Herausgekommen ist das hier:

Den Geschmackstest hat das Quichemonster auch bestanden. Leider habe ich die Zitronenschale nicht wirklich geschmeckt, allerdings kämpfe ich ja auch immernoch mit einer Resterkältung und habe daher nicht so sensible Geschmacksnerven.
Sehr empfehlenswert find ich es, zum Überbacken eine Mischung aus Greyerzer Käse und mittelaltem Gouda zu benutzen. Schmeckt sehr intensiv und lecker.

Fazit: Die beste Quiche der Welt ist dem gestrigen Versuch zwar nicht entsprungen, aber das Ergebnis ist durchaus zufriedenstellend. Das nächste Mal probiere ich das Rezept mit Butter.

Get Well Soon.

Hachja.
Seit gefühlten Ewigkeiten mal wieder CDs erstanden und mal wieder festgestellt, wie schön es ist, tolle Musik auch “in den Händen halten” zu können. Ein Hoch auf Special Editions und Luxusversionen. Man muss ja sagen, die viel beschworene Krise der Plattenindustrie und das Verteufeln von bösen Downloadern hat zumindest dafür gesorgt, dass “die Industrie” sich jetzt in Teilen mal wieder mehr Mühe gibt mit Artwork und Gestaltung von CDs. Ein besonders schönes Beispiel dafür ist die Limited Deluxe Edition des neuen Get Well Soon Albums, welches auf den schönen Namen “vaxiations” hört. Über den Menschen hinter Get Well Soon und seine Musik ist in der Musikpresse schon so viel berichtet worden, dass ich an dieser Stelle nicht auch noch groß beschreiben muss. I like. Very much. So.

Was mir aber neben dem Liedgut besonders gut gefällt, ist die Aufmachung der Limited Special Edition, die ich seit geraumer Zeit mein Eigen nennen darf. Das Booklet ist gestaltet wie ein Buch, die Hülle ist Hardcover.

Das Ganze ist sehr aufwendig gestaltet und gedruckt, soweit ich das beurteilen kann. Auch wenn letztendlich auch “nur” kleine Anekdoten und die Songtexte darin zu finden sind, so macht es wirklich Spaß zu sehen, dass sich da jemand (oder mehrere jemands) Mühe gegeben haben, eine Sache wirklich zu gestalten und nicht nur runterzureißen. Da macht Geld ausgeben doch gleich richtig Spaß.

Es war einmal in Kopenhagen…

Am gestrigen Samstag versammelten sich 50.000 – 100.000 Menschen (die Schätzungen gehen wie immer recht weit auseinander) im sonnigen und winterlich-schönen Kopenhagen, um anlässlich der COP ihren Unmut kundzutun und die Regierungschefs dieser unseren Welt zum Handeln zu bewegen.

Ich war eine von ihnen. Hier also ein vollkommen subjektiver Überblick über mein Demo-Wochenende:

Der Beweis!

Der Beweis!

1. Hinfahrt

Was ich nicht empfehlen kann: Nachts um 4 eine Stunde am Hamburger ZOB stehen. Es war recht kalt und ich wurde von einigen merkwürdigen Gestalten angesprochen. Nach einiger Zeit sprach ich einen “grün aussehenden” Menschen mit großen Kopfhörern an, der sich tatsächlich als wartender Grüner herausstellte – was ein Zufall. Also warteten wir gemeinsam. Nach und nach kamen mehr und mehr Menschlein hinzu und so froren wir zusammen.

Um Viertel nach Fünf, eine Stunde, nachdem ich am ZOB angekommen war, fuhr ein Bus vor und ein fröhlich winkender Jan Philipp Albrecht sprang heraus. Die Reise konnte also losgehen. Bis zur dänischen Grenze schaffte ich es sogar, ein bißchen zu schlafen. Auf der Fähre nach Dänemark gabs dann nen wirklich großen Kaffee und ich war halbwegs wach.

Besonders schön war es, als Jan uns die letzten Stunden nach Kopenhagen mit einer CD voller Klimaschutz-Lieder erfreute, die er geschenkt bekommen hatte. Irgendwie schaffte ich es sogar, währenddessen einzuschlafen, ein Anhaltspunkt dafür, wie unfassbar müde ich gewesen sein muss.

Entgegen unserer Befürchtungen wurden wir übrigens überhaupt nicht kontrolliert – weder an der dänischen Grenze noch während der Einfahrt nach Kopenhagen. Dabei hätte ich nichts dagegen gehabt, wenn jemand Jans CD konfisziert hätte. ^^

2. Kopenhagen

Um halb elf schmiss uns die Busfahrerin direkt am Tivoli aus dem Gefährt. Unsere Gruppe machte sich sogleich auf den Weg in Kopenhagens Innenstadt, wo gerade die “Human Flood“- Aktion von FoE stattfand. Bei herrlichem Sonnenschein konnte man sich über Teilnehmermangel nicht beklagen. Unsere Gruppe teilte sich in Untergruppen auf, meine ging praktischerweise erstmal einen heißen Kakao trinken. Unbedingt nötig bei winterlichen Temperaturen und SEHR lecker. Allerdings auch recht teuer. Dafür mit formidablen Schokokeksen als Beigabe.

wärmt

wärmt

3. Die Demo

Gegen Mittag ging es dann langsam richtig los. Immer mehr Demo-Teilnehmer versammelten auf dem Platz, an dem der Zug starten sollte. Irgendwann verlor ich in der Menge den Überblick, glücklicherweise konnte man sich aber an den zahlreichen Fahnen und Flaggen orientieren. Ich wühlte mich also vor zum “grünen Block”, wo ich dann auch bis zum Ende der Demo blieb.

man sammelt sich

man sammelt sich

Bevor der Protestzug losgehen konnte, mussten erstmal sehr viele Reden gehalten werden. Währenddessen standen wir Demo-Teilnehmer etwas dumm in der Kälte herum und froren durch. Ein oder zwei Ansprachen weniger wären auch voll ok gewesen. Aber nun denn. So hatten Nachzügler halt noch eine Stunde länger Zeit, sich am Startpunkt einzufinden. Nach Ende der Reden wurden nacheinander die teilnehmenden Organisationen dazu aufgefordert, sich in Bewegung zu setzen. So marschierten wir also in “Blöcken” hintereinander weg. Bei strahlendem Sonnenschein ging es an den Sehenswürdigkeiten der dänischen Hauptstadt vorbei insgesamt 6 km hin zum Konferenzcenter. Auch hier hätte es durchaus der ein oder andere Kilometer weniger sein können. Während des ca. 3-stündigen Marsches wurde es dann dunkel und dementsprechend noch kälter.

einmal quer durch Kopenhagen

einmal quer durch Kopenhagen

Die Demo selbst war sehr spaßig. Ich habe weit weniger gefroren, als ich befürchtet hatte. Anscheinend hatte ich die richtige Anzahl von Schichten angezogen. Von den Ausschreitungen und Festnahmen habe ich gar nichts  mitbekommen, erst später beim Abendessen, als in der Pizzeria unserer Wahl ein dänischer Newssender darüber berichtete. “Unser” Block war von all dem anscheinend weit weg, friedlich und guter Stimmung.

Nach dem Ende des Demo-Zuges sollte es eigentlich noch eine Abschlusskundgebung geben, der ich allerdings nicht mehr beiwohnte. Hunger und der Wunsch nach einem Sitzplatz waren einfach stärker. Da wir auf keinen Fall auf die überfüllte Metro am überfüllten Bahnhof warten wollten, beschlossen wir, eine Bushaltestelle zu suchen. Nach einem etwas längeren Fussmarsch fanden wir auch eine, leider fuhr der angekündigte Bus nicht, sodass wir noch einige Zeit durch die eisige Kälte laufen mussten, um zur nächsten Metrostation zu gelangen. Mein Dank gilt an dieser Stelle D., ohne seinen Stadtplan wären wir wirklich verloren gewesen.

4. Die Rückfahrt

Nach der lang ersehnten Essensaufnahme (so viel Spaß hat Junk-Food-Essen auch schon lange nicht mehr gemacht) ging es für meine “Bezugsgruppe” zurück ins Hostel – für mich ging es direkt zum Kopenhagener Hauptbahnhof, da wir um halb neun die Rückfahrt nach Hamburg antreten wollten. Bis wir dann tatsächlich loskamen, dauerte es noch einige Zeit, da wir noch auf Nachzügler warten mussten. Völlig erschöpft und gerädert kam der Bus um 3.20 Uhr in Hamburg an, ich wollte nur noch in mein Bett. Die Fahrt war körperlich wirklich sehr anstrengend, wenig Schlaf macht sich halt doch bemerkbar. Die Demo an sich, die Menschen, die ich kennengelernt und wieder getroffen habe und nicht zuletzt die Schönheit der Stadt Kopenhagen machen aber vieles wieder wett.

Fazit:

Ich würde es jederzeit wieder tun.

Auch wenn ich nicht glaube, dass unser Protest irgendetwas für die Verhandlungen bewirkt hat, so glaube ich doch, dass es wichtig und richtig ist, sich auch mit solchen Aktionen für den Kampf gegen den Klimawandel einzusetzen.

Und ich weiß jetzt auch, dass ich unbedingt noch mal “in Ruhe” nach Kopenhagen muss, die Stadt ist wirklich tarumhaft schön.

Wintersonne

Wintersonne

Kreuzberg liegt in Kopenhagen

Kreuzberg liegt in Kopenhagen

Für alle, die an inhaltlichen Informationen zur COP und an den Hintergründen der Demo interessiert sind: hier und hier gibts mehr zum Thema

Weitere Fotos findet man unter anderem hier .

Sehr gut auch der Demo-Ticker der taz.

Auf nach Kopenhagen

Im schönen Kopenhagen findet  vom 07- bis zum 18. Dezember die UN-Klimakonferenz statt. Die Regierungen der Länder der Welt treffen sich, um ein internationales Klimaschutzabkommen auszuhandeln. Dieses soll auf das Kyoto-Protokoll folgen, welches im Jahr 2012 auslaufen wird.

Im Vorfeld der Kopenhagen-Konferenz mehren sich die Zweifel, dass es gelingen wird, sich überhaupt auf verbindliche Ziele zur Treibhausgasminderung zu einigen.

Zahlreiche Umweltschutzorganisationen, NGOs und andere zivilgesellschaftliche Akteure werden im Vorfeld des Gipfels und vor Ort in Kopenhagen versuchen, mit Aktionen, Gegengipfeln und Demonstrationen öffentlichen Druck auf die Regierungen zu erzeugen.

Um nur einige Beispiele zu nennen:

Die Klimapiraten stechen mit zwei Schiffen von Greifswald aus in See, um über die Ostsee nach Kopenhagen zu schippern.

Die NGO-Szene hat für den 12. Dezember einen “global day of action” ausgerufen. AktivistInnen aus aller Herren Länder werden an diesem Tag in Koppenhagen erwartet. Weitere Informationen hierzu unter: http://12dec09.dk/content/english oder auf der Seite der Klimaallianz

Besonders ans Herz legen möchte ich der geneigten Leserschaft an dieser Stelle den Aufruf des BUND. Wer live und in Farbe in Kopenhagen vor Ort sein möchte, melde sich bei mir oder konsultiere die Bus-Börse des BUND.

Wir sehen uns in Kopenhagen!

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Bildungsstreik

Seit einiger Zeit werden Universitäten in ganz Deutschland und Österreich bestreikt. Ich finde dies eine ziemlich gute Idee und kann nur allen raten, sich zumindest mit den Forderungen der Studierenden auseinanderzusetzen und sich selbst eine Meinung zu bilden.

Auf www.unsereunis.de kann man sich darüber informieren, welche Uni bestreikt wird und welche kreativen Aktionen aktuell durchgeführt und geplant werden. Vorallem erfährt man dort auch, wo noch besonders dringend Unterstützung benötigt wird.

Besonders freut es mich, dass es auch an meiner alten Uni, nämlich der Westfälischen Wilhelms-Universität im beschaulichen und hübschen Städtchen Münster, einige Aktionen gibt bzw. gegeben hat. Näheres hierzu ebenfalls auf der oben bereits erwähnten Seite.

Des Weiteren finde ich es ziemlich spannend, wie sich der Protest der Studierenden über die modernen Kommunikationsmittel Twitter und facebook verbreitet und organisiert hat. Über den hashtag #unibrennt konnte man sich schon von Anfang an über die Proteste in Österreich informieren und auch bei facebook gibt es entsprechend aktive Gruppen.

Beim heutigen bundesweiten Aktionstag gingen zahlreiche Schüler und Studierende auf die Straße, in Berlin laut Poliziangaben bis zu 6000.  Fotos gibt es unter anderem hier zu sehen.

Ich für meinen Teil hoffe, das die Proteste der Studierenden nicht verpuffen und tatsächlich dafür Sorgen, dass die Fehler, die in den vergangenen Jahren an den Deutschen Unis und Hochschulen gemacht wurden, endlich berichtigt werden. Sicherlich ein frommer Wunsch, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass immer mehr Studierende nicht mehr bereit sind, die Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, und Leistungsfixierung der meisten Bachelor-Studiengänge kommentarlos hinzunehmen. Ich habe selbst viel zu viele Seminare in hoffnungslos überfüllten Seminarräumen über mich ergehen lassen müssen, um nicht gemerkt zu haben, dass jahrelang an den falschen Stellen gespart wurde. Mein abgebrochenes Soziologiestudium ist auch dadurch verschuldet, dass ich keine Lust mehr auf Zuhören aus dem Garten des Institutes hatte.

In diesem Sinne: