4 Tage Kalkscheune oder re:publica10

Von Dienstag bis Samstag Abend verbrachte ich sehr viel Zeit zwischen Kalkscheune und Friedrichsstadtpalast. Meine erste re:publica – und das gleich noch als ehrenamtliche Helferin.

Das Abendteuer begann am Dienstagabend, als ich mich zum offiziellen HelferInnentreffen in der Kalkscheune einfand.
Was folgte waren 4 Tage und Nächte, in denen ich viel zu wenig schlief, mich überwiegend von ColaLight und Brezeln ernährte und meinen Lebensmittelpunkt kurzzeitig in die Kalkscheune verlegte. Bei meiner Familie und meinen “Offline”-Freunden hatte ich mich vorsorglich für die nächsten Tage abgemeldet, um mich für ein paar Tage dem hemmunglosen Smartphonenutzen hinzugeben. Schließlich war ich hier umgeben von lauter Menschen, die überhaupt nichts dabei finden, wenn man in einem Gespräch mehrmals auf sein mobiles Endgerät linst und bei Veranstaltungen permanent twitter und facebook im Blick hat. So gesehen habe ich mich in den letzten Tagen extrem wohlgefühlt. Auf der anderen Seite fühlte ich mich schon ein wenig abgeschnitten von der Welt außerhalb meiner virtuellen sozialen Netzwerke.

Aber der Reihe nach:

Der Dienstag begann mit besagter HelferInnen-Einführung, die recht kurz ausfiel. Danach hieß es dann, 2 Stunden lang die Namensschilder von 2500 Gästen in Plastikhüllen zu friemeln. Danach hatte ich leichte Handschmerzen. Um 23 Uhr hiess es dann: Taschen packen. Das Ganze ging für mich bis halb eins, andere tapfere Seelen arbeiteten noch bis kurz nach ein Uhr nachts daran, dass am nächsten Tag alles für die zahlenden Gäste, Speaker und Journalisten bereit war.
Ich kann mich nicht daran erinnern, mich jemals so sehr über eine fettige Pizza nachts um 12 gefreut zu haben…

Am nächsten Morgen fand ich mich dann wieder im Friedrichsstadtpalast ein, um mein hübsches Helfershirt und das entscheidende lila Armband in Empfang zu nehmen, welches mir für die nächsten Tage die Grundversorgung an Cola, Kaffee und Brezn sicherte (Fotos davon gibt es, sobald mein Telefon aufhört rumzuzicken).
Danach dann die Session von und mit Jeff Jarvis, über die andere Menschen schon wahrlich genug geschrieben haben…
Anschließend dann arbeiten und später dann noch weitere spannende Sessions.

Der Donnerstag stand dann ganz im Zeichen der Arbeit. Meine Aufgaben gestalteten sich zum Glück aber sehr entspannt – Sponsorenbetreuung kann manchmal echt nett sein.

Der Freitag war dann mein persönlicher re:publica – Tag, an dem ich mir auch einige spannende Sessions ansehen konnte.
Trotzdem bleibt für mich der Eindruck, dass viele Diskussionen nicht wirklich in die Tiefe gingen oder nur kurz andiskutiert werden konnten. Von den Problemen, die im Chat zu bestimmten Veranstaltungen auftauchten, habe ich erst im Nachhinein durch die Berichterstattung erfahren. Außerordentlich irritiert, welch triggernde Wirkung feministische Themen immernoch haben. Zeigt meiner Meinung nach auch nur, welch weiten Weg wir da noch zu gehen haben…

Für mich war die re:publica in erster Linie ein Zusammentreffen von wieauchimmer netzaffinen Menschen – die ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung findet wohl eher am Rande solche Großveranstaltungen oder abseits davon statt. Leider habe ich es wegen Ermüdung nicht zum Treffen der “Girls on Websociety” – iniziert von der großartigen Mädchenmannschaft – geschafft – ein Umstand, der mich im Nachhinein verärgert. Aber man kann halt auch nicht alles mitnehmen und irgendwann siegt dann auch der Menschen-Overkill.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der re:campaign – aber davon dann morgen. oder so.

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2 Responses to “4 Tage Kalkscheune oder re:publica10”

  1. [...] This post was mentioned on Twitter by evahorn. evahorn said: der habicht dann auch mal in sachen #rp10 http://jafb.krasse.info/wp/?p=608 [...]

  2. [...] #rp10 – schön, kurz, griffig Thomas Knüwer: Re-publica 10: der Neidfaktor @habichthorn mit 4 Tage Kalkscheune oder re:publica10 UARRR.org: re:kapitulation [...]

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